Gute Ausbilder fördern die Vereinsarbeit

Ohne gute Ausbilder geht es im Pferdesport nicht. Deshalb ist es im Pferdesportkreis Oberschwaben ein Ziel, Pferdefreunde als Ausbilder zu gewinnen. Kürzlich schlossen fünf junge Frauen aus dem Pferdesportkreis beim Haupt- und Landgestüt Marbach einen Lehrgang ab, der für Nicole Schüle aus Kißlegg und Franziska Heine aus Bodnegg den Trainerschein A Leistungssport brachte. Vom Marbacher Trainer-Lehrgang profitierten drei weitere Pferdesportlerinnen aus Oberschwaben: Emily Arnegger vom Reit- und Fahrverein Ailingen, Tamara Müller vom RFV Leutkich-Haid und Cathreen Wiesenberg vom RFV Wangen hatten den Trainerschein C abgeschlossen. Die Landesreitschule in Marbach unter Leitung von Markus Lämmle bietet für Amateure das ganze Jahr über Lehrgänge zu verschiedenen Ausbildungszielen an.


Nicole Schüle und Franziska Heine sind Mitglieder im Reit- und Fahrverein Waldburg. Die beiden neuen Trainerinnen wurden bei der Jahreshauptversammlung Mitte März von Vereinsvorstand Markus Schädler für ihren Erfolg beglückwünscht. Der Trainerschein A ist nämlich die höchste Stufe für Amateurausbilder, die die Deutsche Reiterliche Vereinigung anbietet. Der Weg dorthin ist allerdings nur möglich, wenn man bestimmte Voraussetzungen erfüllt, z.B. die Trainerscheine C und B, das Longierabzeichen 4 sowie Turniererfolge im Springen, der Dressur oder Vielseitigkeit. Fleiß, Ausdauer und großer zeitlicher Aufwand sind hohe Anforderungen an künftige Ausbilder. Dazu kommt ein nicht unerheblicher finanzieller Aufwand: Lehrgänge und vorbereitende Reitstunden kosten Geld. Wer sich auf den Weg zum Trainer macht wie die beiden Frauen aus dem Reitverein Waldburg, braucht auch Verständnis seines Arbeitgebers. Im Falle der beiden Trainerinnen sind die Arbeitgeber großzügig und hilfreich, berichten Nicole Schüle und Franziska Heine.

 
Reitvereine, die ihre Mitglieder motivieren, Ausbilderqualifikationen zu erwerben, profitieren davon und wirken mit, das Ansehen des Pferdesports zu fördern. Denn gerade der Sport mit Pferden ist eine Herausforderung für jeden Pferdefreund. Nur mit fundierter Ausbildung wird man seinem Pferd gerecht und trägt zu dessen Zufriedenheit, Leistungsbereitschaft, Gesundheit und ein langes Leben bei. Dabei gibt es nichts Schöneres, als eine harmonische Partnerschaft zwischen Pferd und Mensch.


Foto:  Christa Heine

Nicole Schüle und Franziska Heine (r.)


Text: Martin Stellberger

Reportage PD- April 2024.pdf
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Reitabzeichen 2023

Erfolgreiche Vereinsarbeit mit sachkundigen Trainerinnen in Waldburg

Ganz dicke Bretter bohrten die Mitglieder des Reitvereins Waldburg im letzten halben Jahr: 41 Pferdefreunde von zehn bis 57 Jahren hatten sich gemeldet, um von Mitte November 2022 bis zum 16. April 2023 an verschiedenen Lehrgangsangeboten teilzunehmen. Die reichten von Longierabzeichen bis zu den Reitabzeichen 5 in den verschiedenen Ausführungen, deren Erwerb den Zugang zu Turnieren vorbereitet. Bärbel Erb, Nicole Schüle, Tatjana Stölzle und Wiebke Dohrmann organisierten von Beginn an alle zwei Wochen Unterrichte zu Theorie und Praxis, um den Teilnehmern die Kenntnisse für die Prüfungen nahezubringen. Sie bereiteten Lehrstoff und Reitstunden sowie den Longenunterricht akribisch vor. Das zahlte sich am 15. und 16. April aus, als sich die Pferdefreunde den Prüferinnen der Deutschen Reiterlichen Vereinigung stellten. Inka Held aus Wilhelmsdorf und Inge Raither-Fischer aus Meersburg verlangten den Pferdefreunden viel ab, zunächst in der Theorie und dann in der praktischen Reiterei. Sie kommentierten dazu alle Ritte und theoretischen Leistungen. Das forderte auch die Mitglieder des Vereins im „Hintergrund“. Sie sorgten für die reibungslosen Umbauten im Parcours und für die umfangreiche Versorgung der Teilnehmer, Eltern und Zuschauer. Das Fazit der Prüferinnen fiel eindeutig aus: Sie zollten den Reitlehrerinnen des Vereins großen Respekt für ihre starke und sorgfältige Vorbereitung. Die Leistungen der Prüflinge hätten das bewiesen. Vorstand Markus Schädler, der selbst das Longierabzeichen erwarb, war richtig stolz auf seine Vereinsmitglieder: Alle haben zusammengeholfen, um die große Herausforderung zu meistern. Die Vorbereitungen hatten wegen des Winters nicht nur in Waldburg stattfinden können sondern auch auf dem Reitbetrieb Luppmanns bei Amtzell und in der privaten Reithalle in Sigmarshofen bei Grünkraut. „Dafür danken wir herzlich“, sagte Schädler. Er lobte ausdrücklich die Zuverlässigkeit und Disziplin der Teilnehmer, die stets pünktlich und regelmäßig zum Training gekommen seien. Der Härtetest für die Reiterinnen und Reiter war allerdings der Sonntag: Es regnete ohne Unterlass den ganzen Tag über. Keiner hatte sich aber entmutigen lassen durch den alles durchdringenden Regen. Den Pferden hat das Wetter am wenigsten ausgemacht: Sie machten mit als wüssten sie, um was es für ihre Reiter ging: das Bestehen der Prüfungen. 

 

Text und Foto: Martin Stellberger